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Bahn frei für neuen Übergang – Landkreis beginnt mit konkreten Planungen in Wüsting

Es soll ein separater Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer entstehen. Wann gebaut wird, ist nicht absehbar.

NWZ Online Bericht von Robert Otto am 09.10.2014

Enge Kurve: Oft touchieren Fahrzeuge am Bahnübergang an der Hauptstraße in Wüsting die Leitpfosten.

Eine schier unendliche Geschichte scheint nun doch ein Happy End zu bekommen. Nach jahrelangem Hin und Her soll an der Hauptstraße in Wüsting ein separater Bahnübergang für Fußgänger und Radfahrer entstehen. „Wir werden in Kürze mit der konkreten Planung beginnen“, sagt Dieter Hahn, Leiter des Amtes Bodenschutz und Abfallwirtschaft beim Landkreis Oldenburg. Doch wann der zweite Übergang kommt, ist unklar. „Ich möchte keinen Monat und kein Jahr nennen“, meint Hahn.

Reifenspuren auf Fußweg

„Das ist in der Tat eine gute Nachricht“, findet Friedolf Evers. Trotzdem ist der Vorsitzende des Bürgervereins Wüsting e.V. noch skeptisch. Schließlich sei schon öfter „viel versprochen worden“. Vor mehr als sieben Jahren hatte es den ersten Ortstermin mit Vertretern von Gemeinde, Landkreis, Deutscher Bahn (DB) und einigen Wüs­tingern, darunter auch Evers, am Bahnübergang gegeben (die NWZ  berichtete). An der Einmündung ist für rechtsabbiegende Fahrzeuge der Radius so eng, dass viele entweder den Rad- und Fußweg schneiden oder auf die Gegenfahrbahn ausweichen müssen.

Danach folgten zahlreiche Besichtigungen. Bürgermeister, Landrat, Landtagsabgeordnete – alle standen auf dem schmalen Fußwegen an der Stelle, an der die Bahnhofstraße in die Hauptstraße mündet. Alle sahen die schwarzen Reifenspuren auf dem Pflaster. Alle sagten, dass hier etwas passieren müsse.

„Und was hat es am Ende gebracht?“, fragt Evers, nur um sich die Antwort umgehend selbst zu geben: „Nichts!“ Stattdessen wurde seine Mappe immer dicker, in die er jeden neuen Zeitungsartikel und jedes neue Schreiben von Landkreis und Gemeinde abheftet. „Die Bahn verzögert immer nur. Das ist ein Unding“, findet Evers.

Vor einiger Zeit wurden Leitpfosten aufgestellt – doch diese haben eine kurze Lebensdauer. Die Gemeinde habe dem Bürgerverein mitgeteilt, dass bisher 25 Leitpfosten ersetzt wurden, sagt Evers. Beim Schneiden des Fußweges werden die Plastikpfähle oft touchiert. Die neuen stehen auch schon wieder schräg. „Es hätten ebenso gut Personen zu Schaden kommen können“, meint Evers.

Bis die Pfosten ausgedient haben, dürfte aber „noch einige Zeit ins Land ziehen“, sagt eine Bahnsprecherin. „So ganz glücklich sind wir mit der Lösung nicht.“ Es sei unüblich, zwei Übergänge nebeneinander zu betreiben. Eine zweite Anlage bedeute auch weiteren technischen Aufwand. „Alles muss Sicherheitstechnisch angepasst werden“, erklärt die Sprecherin.

Die Deutsche Bahn hatte eine Umleitung großer Fahrzeuge bevorzugt. Landkreis und Gemeinde lehnten das aber ab. Stattdessen entschloss man sich, die Kosten für den Bau des zweiten Überganges zu übernehmen. Das Eisenbahnbundesamt gab im vorigen Jahr grünes Licht. 75 Prozent soll die Gemeinde zahlen, den Rest der Landkreis. 270 000 Euro wurden damals veranschlagt.

Bau beeinflusst Fahrplan

„Das ist ungewöhnlich, normalerweise sind wir der Bauherr“, sagt die Bahnsprecherin. Immerhin wird auch auf Bahngelände gebaut. Trotzdem: „Die Bahn hat zugestimmt und akzeptiert, dass wir gemeinsamer Kostenträger sind“, meint Hahn. Im Falle von weiteren Kosten, die entstehen könnten, können Landkreis und Gemeinde laut Amtsleiter aussteigen.

Jetzt liegt es beim Landkreis und einem Ingenieurbüro, die Vorplanungen zu erstellen. Die müssen dann mit DB und Eisenbahnbundesamt abgesprochen werden. Das Bundesamt ist laut DB-Sprecherin auch die Genehmigungsbehörde für das Planfeststellungsverfahren.

Zuletzt steht die Baudurchführungsvereinbarung aus. Beim Bau müsse zudem bedacht werden, dass die Arbeiten den Fahrplan beeinflussen. „Das wird alles eine Weile dauern“, sagt die Bahnsprecherin. Bis zum Happy End ist also noch Geduld gefragt.

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